Infrarotheizung: Funktionsweise, Kosten und Kaufberatung

Infrarotheizung im Überblick: Watt je Raum, Stromkosten mit Rechenbeispiel, Einsatzorte und Bauformen, dazu die Ratgeber und Rechner der Domain.

Weißes Infrarot-Heizpaneel an der Wand eines warm beleuchteten Wohnzimmers mit Sofa und Couchtisch

Beliebte Modelle im Überblick

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Eine Infrarotheizung erwärmt Wände, Möbel und Personen direkt durch Strahlungswärme, die Raumluft nur nachrangig. Für einen mittel gedämmten Raum von 20 m² braucht sie 1.400 Watt, und jede Kilowattstunde kostet laut BDEW 37,0 Cent (Stand 08/2026). Diese Seite führt zu den Ratgebern und Rechnern für Wattbedarf, Stromkosten, Einsatzorte und Bauformen.

Ein Paneel mit mehr Leistung heizt denselben Raum schneller auf, läuft dann aber öfter im Takt. Die Stromkosten hängen am Wärmebedarf des Raums, nicht an der Wattzahl auf dem Typenschild.

Funktionsweise: Strahlungswärme statt Konvektion

Infrarotheizungen senden elektromagnetische Strahlung aus, die auf feste Oberflächen trifft und sich dort in Wärme umwandelt. Ein klassischer Heizkörper erwärmt dagegen zuerst die Raumluft, die dann zirkuliert. Wände, Boden und Möbel speichern die Strahlungswärme und geben sie zeitversetzt ab, die Luft bewegt sich weniger und wirbelt weniger Staub auf. Diese warme Wandoberfläche wirkt zugleich vorbeugend gegen Kondensatschimmel an kalten Außenwänden, siehe Infrarotheizung gegen Schimmel.

Wie die Wärmeübertragung im Detail abläuft und welche Wellenlänge die Geräte nutzen, erklärt der Beitrag Wie funktioniert eine Infrarotheizung?, die physikalischen Grundlagen der Strahlung stehen unter Infrarotstrahlung einfach erklärt.

Vor- und Nachteile im Überblick

Infrarotheizungen wandeln Strom nahezu verlustfrei in Wärme um, sind wartungsarm und lassen sich ohne Fachbetrieb nachrüsten. Eine Steckdose genügt. Die Kehrseite ist der Strompreis: Als alleinige Heizung in einem schlecht gedämmten Haus wird der Dauerbetrieb teuer, weil jede Kilowattstunde Wärme eine Kilowattstunde Strom kostet.

Die ausführliche Abwägung mit Rechenbeispielen steht im Beitrag Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen, der Systemvergleich mit Gas, Wärmepumpe und Nachtspeicher unter Heizungsarten im Vergleich. Wer konkret zwischen den beiden strombasierten Systemen entscheidet, findet den direkten Vergleich unter Infrarotheizung oder Wärmepumpe.

Watt-Bedarf: Wie viel Leistung braucht der Raum?

Die Faustregel lautet 50 Watt pro Quadratmeter im gut gedämmten Neubau, 70 Watt im mittel gedämmten Bestand und 90 Watt im ungedämmten Altbau, dazu 10 Watt für jede weitere Außenwand.

Raumgrößegut gedämmtmittel gedämmtschlecht gedämmt
10 m²500 W700 W900 W
20 m²1.000 W1.400 W1.800 W
30 m²1.500 W2.100 W2.700 W

Der Watt-Rechner übernimmt die Rechnung inklusive Zuschlägen für Raumhöhe und Außenwände. Ein zu schwaches Paneel läuft durch und erreicht die Zieltemperatur an kalten Tagen nicht; ein deutlich zu starkes kostet in der Anschaffung mehr und taktet häufiger, senkt den Wärmebedarf aber nicht. Passende Geräte nach Leistungsklasse: 300, 400, 500, 600, 800, 1000 und 1200 Watt.

Kosten: Was der Betrieb kostet

Die Anschaffung ist günstig, oft wenige hundert Euro pro Paneel, ohne Rohre und ohne Schornstein. Teurer ist der Betrieb: Strom kostet laut BDEW-Strompreisanalyse 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand 08/2026).

Ein 1.400-Watt-Paneel, das über sechs Stunden hinweg mit Thermostat etwa die Hälfte der Zeit heizt, verbraucht rund 4,2 Kilowattstunden am Tag, also etwa 1,55 Euro. Im Winter mit längeren Heizzeiten wird daraus schnell das Doppelte.

Der Stromkosten-Rechner rechnet das für Ihre Wattzahl und Nutzungsdauer vor, weitere Details zu Anschaffung und laufenden Kosten stehen im Beitrag Infrarotheizung: Kosten, Stromverbrauch, Betriebskosten. Eine direkte Förderung gibt es für Stromdirektheizungen nicht.

Wo einsetzen? Räume und Einsatzorte

Infrarotheizungen eignen sich für die meisten Innenräume, auch für selten beheizte wie Dachboden oder Hobbyraum, und mit wetterfesten Geräten für Terrasse und Balkon. Je nach Ort zählen andere Dinge.

OrtWorauf es ankommt
Altbauschwächere Dämmung, höherer Wärmebedarf, oft mehrere Außenwände
Badhohe Feuchtigkeit, Spritzwasserschutz nötig
Wohnzimmerlange Aufenthaltsdauer, gleichmäßige Wärmeverteilung
KinderzimmerMontagehöhe und Abstand, siehe Sicherheit
KücheTemperaturschwankungen durch Kochen
Garagegeringe Dämmung, mechanischer Schutz nötig
Gartenhausoft kein fester Stromanschluss, saisonale Nutzung
Flur und Treppenhauskurze Aufenthaltsdauer, Wärme muss sofort spürbar sein
Terrassewetterfeste Geräte, punktuelle Wärme am Sitzplatz
Wintergartengroße Glasflächen, stark wechselnde Temperaturen
Wohnmobilnur am Landstromanschluss, kein Betrieb ab Bordbatterie

Bauformen: ein Prinzip, viele Varianten

Die Funktionsweise ist bei allen Varianten gleich, es unterscheiden sich Montageort und Optik. Wandpaneele sind der Standard, Deckenheizungen brauchen keine Wandfläche, Standgeräte lassen sich ohne Montage aufstellen.

In Bädern sind Spiegelheizungen verbreitet, weil sie zugleich das Beschlagen verhindern. Wer die Heizung nicht sehen will, wählt eine Bildheizung oder eine unauffällige Ausführung, siehe Design.

Material und Aufbau der Heizplatten und Paneele sowie die Montage an der Wand stehen in den jeweiligen Ratgebern, ein direkter Vergleich der Materialien Glas, Marmor, Naturstein und Keramik hilft bei der Auswahl. Einen Vergleich aller Bauformen mit passender Leistung und Anbringung liefert der Überblick Infrarotheizkörper: Bauformen und Anbringung.

Sicherheit, Installation und Kauf

Infrarotheizungen gelten als sicher, wenn sie ordnungsgemäß installiert und nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt werden. Üblich ist ein Mindestabstand von 30 Zentimetern zu brennbaren Materialien in Strahlrichtung; wie bei jedem Elektrogerät bleibt eine Restgefahr bei Beschädigung oder falscher Aufstellung. Details zu Abstand, Brandschutz und Sicherheitsfunktionen stehen im Beitrag Sicherheit von Infrarotheizungen.

Steckdosen-Thermostat vor einem weißen Infrarot-Wandpaneel mit Abstand zu einem Sessel im Hintergrund Ein Thermostat an der Steckdose hält den Abstand zu Möbeln ein und schaltet das Paneel ab, sobald die Zieltemperatur erreicht ist.

Die Installation gelingt in der Regel ohne Fachbetrieb, ein Thermostat sorgt dafür, dass das Paneel taktet und nicht durchläuft. Einen Überblick über Hersteller liefert der verlinkte Ratgeber.

Was von „Testsieger”-Siegeln zu halten ist, klärt Infrarotheizung Test & Testsieger. Wer ein konkretes Gerät sucht, findet unter die besten Infrarotheizungen eine laufend aktualisierte Auswahl nach Amazon-Bestsellerrang.

Häufige Fragen

Warum wird ein Raum mit Infrarotheizung schneller warm als mit einem Heizkörper?
Weil die Wärme auf der Haut ankommt, bevor die Luft warm ist. Ein Heizkörper muss erst die Raumluft erwärmen, die dann zirkuliert; die Strahlung trifft Personen und Möbel direkt. Die Lufttemperatur steigt dagegen langsamer, und Flächen im Schatten des Paneels bleiben kühler.
Kann eine Infrarotheizung ein ganzes Haus beheizen?
Technisch ja, wirtschaftlich nur in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf. In einem ungedämmten Altbau läuft jedes Paneel viele Stunden am Tag, und bei 37,0 Cent je Kilowattstunde wird das teurer als jede wasserführende Heizung. Für einzelne Räume, Übergangszeiten und Zusatzwärme bleibt sie die einfachste Lösung.
Braucht eine Infrarotheizung einen Thermostat?
Ja, sonst läuft sie durch. Ein Steckdosen- oder Funkthermostat schaltet das Paneel ab, sobald die eingestellte Raumtemperatur erreicht ist, und wieder ein, wenn sie unterschritten wird. Erst dieses Takten begrenzt den Stromverbrauch auf den tatsächlichen Wärmebedarf.
Gibt es eine staatliche Förderung für Infrarotheizungen?
Für das Gerät selbst nicht. Infrarotheizungen gelten als Stromdirektheizung und stehen nicht in der Liste der förderfähigen Heizungen der KfW. Gefördert werden Dämmmaßnahmen, die den Wärmebedarf und damit die Stromkosten senken; die Einzelheiten stehen im Förder-Ratgeber.
Quellen