Einen Infrarotheizung-Test von Stiftung Warentest oder Ökotest gibt es bis heute nicht, auch wenn zahlreiche Shops mit einem „Testsieger” werben. Die Stiftung Warentest hat die Technik am 05.12.2023 in einer Online-Meldung eingeordnet und für eine 100-Quadratmeter-Wohnung knapp 4.700 Euro Stromkosten im Jahr vorgerechnet; Geräte hat sie nicht verglichen. Sieben nachprüfbare Kriterien ersetzen das fehlende Siegel, von der Heizleistung bis zur laufenden Rechnung.
Gibt es einen Infrarotheizung-Test der Stiftung Warentest?
Nein. Die Stiftung Warentest hat bis September 2026 keinen Vergleichstest einzelner Infrarotheizungen durchgeführt. Es gibt deshalb keinen „Stiftung Warentest Testsieger” für diese Geräteklasse, auch wenn viele Shops genau damit werben.
Was es gibt, ist eine Einordnung der Technik. Unter dem Titel „Infrarotheizung: Notlösung ohne Sparpotenzial” hält die Stiftung Warentest am 05.12.2023 fest, dass die Paneele nur wie ein Bild an die Wand gehängt und in die Steckdose gesteckt werden. Dann rechnet sie vor, was das kostet. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit rund 8.000 Watt Heizleistung, acht Stunden täglich in der kalten Jahreshälfte, kommt auf knapp 4.700 Euro Strom im Jahr bei 40 Cent je Kilowattstunde. Eine Gasheizung läge in derselben Wohnung bei gut 2.000 Euro. Das Fazit der Tester: Infrarotheizungen können eine Notlösung sein, etwa wenn die Gasversorgung vorübergehend ausfällt. Diese Rechnung deckt sich mit unserer eigenen Kostenrechnung zur Infrarotheizung.
Hat Ökotest Infrarotheizungen getestet?
Nein. Ökotest hat bislang keinen Produkttest von Infrarotheizungen veröffentlicht. Der vielfach gesuchte „Infrarotheizung Ökotest” existiert also nicht als Laborbericht. Wirbt ein Anbieter dennoch mit einem solchen Siegel, fragen Sie nach Ausgabe, Datum und geprüftem Modell.
Woher kommen dann die ganzen „Testsieger”?
Wenn weder Stiftung Warentest noch Ökotest geprüft haben, stammen die „Testsieger” aus drei Quellen. Bei Infrarotkabinen ist die Lage identisch.
- Vergleichsportale stellen Modelle anhand von Datenblättern, Ausstattung und Kundenbewertungen gegenüber. Das ist eine Marktübersicht, kein Labortest mit Messwerten.
- Händler und Hersteller küren eigene Bestseller zum Testsieger, oft auf Basis von Verkaufszahlen und Bewertungen.
- Kundenrezensionen auf großen Plattformen liefern Praxiserfahrung, sind aber nicht standardisiert und nicht gegen gekaufte Bewertungen gefeit.
Solche Listen taugen als erste Orientierung. Sie ersetzen keinen unabhängigen Test und sollten nie der einzige Grund für eine Kaufentscheidung sein.
Auch die Verbraucherportale, die sich zum Thema äußern, haben keine Geräte gemessen; sie bewerten die Technik. Der ADAC rechnet für einen Haushalt mit 100 Quadratmetern mit Betriebskosten von mindestens 2.721 Euro im Jahr, bei einem angenommenen Strompreis von 27 Cent je Kilowattstunde, und hält den Einsatz als alleiniges Heizsystem nur in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf für wirtschaftlich. Die Verbraucherzentrale nennt elektrische Direktheizungen eine kostenintensive Notlösung, weil sie für eine Kilowattstunde Wärme eine Kilowattstunde Strom verbrauchen. Und co2online weist darauf hin, dass die Klimabilanz vom Strommix abhängt; zum Stand des Beitrags von 2021 stammten nur knapp 40 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien.
Das gilt unabhängig vom Gerätetyp. Auch für die Montage an der Wand, unter der Decke oder als Standgerät gibt es keinen gesonderten Institutstest, nur Unterschiede bei Leistung, Montageaufwand und Verarbeitung zwischen den Modellen.
Die 7 echten Testkriterien für eine Infrarotheizung
Ein Labortest würde Leistungsaufnahme gegen Nennleistung messen, die Oberflächentemperatur und ihre Verteilung über das Paneel, die Aufheizzeit, den Abstrahlwinkel und die elektrische Sicherheit. Ohne Labor bleiben Ihnen beim Kauf einer Infrarotheizung diese sieben Punkte, die genau diese Messungen so gut wie möglich ersetzen.
- Passende Heizleistung. Die Faustregel der Domain lautet 50 Watt pro Quadratmeter im gut gedämmten Neubau, 70 Watt im mittel gedämmten Bestand und 90 Watt im ungedämmten Altbau, plus 10 Watt je weitere Außenwand. Die genaue Wattzahl für Ihren Raum liefert der Watt-Rechner.
- Gleichmäßige Oberflächentemperatur. Ein gutes Paneel wird über die ganze Fläche gleich warm. Billige Geräte heizen in der Mitte und bleiben am Rand kühl; das spüren Sie mit der Hand nach zehn Minuten Betrieb oder sehen es auf einem Wärmebild.
- Sicherheit und Prüfzeichen. Achten Sie auf das GS-Zeichen, die CE-Kennzeichnung, einen Überhitzungsschutz und im Bad auf die Schutzart IP44. Mehr dazu im Beitrag zur Sicherheit von Infrarotheizungen.
- Thermostat-Kompatibilität. Ohne Thermostat läuft die Heizung durch und treibt die Stromkosten hoch. Prüfen Sie, ob ein steckerfertiges oder per Funk steuerbares Thermostat passt.
- Verarbeitung und Material. Rahmen, Aufhängung und Oberfläche sollten stabil wirken. Welche Materialien sich eignen, lesen Sie unter Infrarotstrahler-Material.
- Garantie und Service. Die Garantiedauer steht im Datenblatt und unterscheidet sich zwischen Herstellern erheblich; ein in Deutschland erreichbarer Service ist bei einem Gerät, das Jahre an der Wand hängt, mehr wert als ein Siegel. Eine Übersicht bietet unser Beitrag zu den Herstellern für Infrarotheizungen.
- Effizienz im Alltag. Die laufende Rechnung übersteigt den Kaufpreis nach wenigen Wintern. Ob sich das System für Sie lohnt, klärt der Vor- und Nachteile-Vergleich.
Was Sie ohne Labor selbst messen können
Zwei der sieben Kriterien lassen sich zu Hause nachmessen. Ein Zwischenstecker mit Leistungsanzeige aus dem Baumarkt zeigt, ob das Paneel im Betrieb die Wattzahl aufnimmt, die auf dem Typenschild steht; weicht der Wert deutlich nach unten ab, liefert das Gerät weniger Wärme als bezahlt. Derselbe Stecker zählt über einen Tag die Kilowattstunden und macht die Stromrechnung des Paneels sichtbar, bevor die Jahresabrechnung kommt. Die Aufheizzeit stoppen Sie mit der Uhr: Nach dem Einschalten sollte die Fläche in wenigen Minuten warm sein, und mit Thermostat sollte das Paneel nach Erreichen der Raumtemperatur hörbar oder am Messgerät sichtbar abschalten. Läuft es durch, stimmt entweder die Wattzahl nicht zum Raum oder das Thermostat greift nicht. Beides erfahren Sie so am ersten Abend, nicht erst nach dem ersten Winter.
Welche Marken in Vergleichen gut abschneiden
In den Vergleichslisten der Portale tauchen bestimmte Marken immer wieder vorn auf. Weil hinter diesen Listen kein Labortest steht, sagt die Platzierung mehr über Verkaufszahlen und Bewertungen als über Messwerte; eine Empfehlung einzelner Marken leiten wir daraus nicht ab. Brauchbarer ist die Frage, ob ein Hersteller Leistungsaufnahme, Oberflächentemperatur, Schutzart und Garantie im Datenblatt nennt. Wer das tut, lässt sich an den sieben Kriterien messen; wer nur mit einem Siegel wirbt, nicht.
Das passende Gerät ohne Testsieger
Solange Stiftung Warentest und Ökotest keinen eigenen Test vorlegen, bleibt das Siegel ein Werbemittel. Vergleichen Sie Heizleistung, Sicherheit, Steuerung und Garantie anhand der Datenblätter, rechnen Sie die Wattzahl mit dem Watt-Rechner aus und die Stromkosten mit dem Stromkosten-Rechner. Wer ein konkretes Modell sucht, findet unter die besten Infrarotheizungen die aktuellen Amazon-Bestseller der Kategorie, sortiert nach Verkaufsrang und mit den Herstellerangaben zum Abgleich.


